Diese Woche zeigt sich die Ostsee von ihrer sommerlichen Seite: Bis zu 29 Grad zeigt das Thermometer, überwiegend trocken, nur vereinzelt ein kurzer Schauer. Strandkorb, Sonnencreme, lange Abende auf der Terrasse – eigentlich beste Urlaubsbedingungen. Nur eine Frage drängt sich bei dieser Hitze unweigerlich auf: Was soll man da nur essen? Hier unser Gericht der Woche!

Ein deftiger Sonntagsbraten fällt bei diesen Temperaturen aus. Auch vor dem heißen Herd möchte kaum jemand freiwillig stehen. Gefragt ist etwas Leichtes, Kühles, das trotzdem satt macht – und das man am besten schon Stunden vorher fertig im Kühlschrank stehen hat. An der Ostseeküste gibt es dafür seit jeher eine bewährte Antwort, die man an Fischbuden und Seebrücken zwischen Timmendorfer Strand und Rügen findet: Krabbensalat auf kräftigem Brot.

Das Rezept: Nordseekrabben-Gurken-Salat auf Bauernbrot

Zutaten für 4 Personen

  • 300 g Nordseekrabben (Krabbenfleisch), abgetropft
  • 1 Salatgurke
  • 200 ml Naturjoghurt
  • 100 g Mayonnaise
  • 1 Zitrone, davon der Saft
  • 3 EL frischer Dill, fein gehackt
  • 1 kleine rote Zwiebel, fein gewürfelt
  • ½ TL Salz
  • ¼ TL schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • 8 Scheiben kräftiges Bauern- oder Schwarzbrot
  • 40 g Butter zum Bestreichen

Zubereitung

  1. Die Gurke waschen, längs halbieren, mit einem Löffel entkernen und in feine Halbmonde oder kleine Würfel schneiden. Leicht salzen und 10 Minuten ziehen lassen, damit Wasser austritt.
  2. Die ausgetretene Flüssigkeit abgießen oder die Gurkenstücke leicht ausdrücken, damit der Salat später nicht wässrig wird.
  3. Joghurt und Mayonnaise in einer großen Schüssel glattrühren. Zitronensaft und Dill einrühren, die Zwiebel untermischen.
  4. Krabbenfleisch und die vorbereitete Gurke unter das Dressing heben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  5. Den Salat mindestens 20 Minuten abgedeckt im Kühlschrank durchziehen lassen, damit sich die Aromen entfalten.
  6. Die Brotscheiben dünn mit Butter bestreichen und den Krabben-Gurken-Salat großzügig darauf verteilen. Mit etwas Dill garnieren und sofort servieren.

Tipp: Wer es fischiger mag, ersetzt einen Teil der Krabben durch geräucherte Forelle oder Räuchermakrele. Für eine leichtere Variante lässt sich die Mayonnaise teilweise durch mehr Joghurt ersetzen. Dazu passen ein kühles alkoholfreies Bier oder eine Apfelschorle auf der Terrasse.

Krabbenbrote: eine skandinavische Tradition

Der Griff zum Krabbenbrot bei sommerlicher Hitze ist keine rein norddeutsche Idee. In Schweden gehört das Räksmörgås (wörtlich „Krabbenbrot“, auch Räkmacka genannt) zu den bekanntesten Gerichten der nationalen Küche überhaupt: Geschälte Garnelen auf Brot, meist mit Mayonnaise oder einer Sauerrahm-Mischung, Gurkenscheiben, Ei und Dill. Man bekommt es in schwedischen Supermärkten, Cafés und sogar an Tankstellen – es gilt als fester Bestandteil der schwedischen Küchenkultur, besonders an der Westküste.

Auch in Norwegen haben Krabben beziehungsweise Kaltwassergarnelen (norwegisch: reker) einen festen Platz auf dem Brot. Zum geselligen „rekekveld“ (Garnelenabend) treffen sich Norweger mit Freunden, pulen die Garnelen gemeinsam am Tisch und essen sie schlicht mit Butter und Zitrone auf Weißbrot, Toast oder Knäckebrot.

Ob an der Ostsee, in Schweden oder in Norwegen: Das Prinzip ist überall dasselbe – frischer Fang aus kaltem Wasser, wenig Aufwand, viel Geschmack. Genau das richtige Rezept für eine warme Sommerwoche.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Cookie Consent mit Real Cookie Banner