Plötzlich stehen Kameras, Scheinwerfer und Dutzende Menschen dort, wo sonst Urlauber und Insulaner unterwegs sind: Auf Rügen wird derzeit Caroline Wahls Bestseller „Windstärke 17“ für das Kino verfilmt. Und diesmal ist die Insel nicht einfach eine hübsche Kulisse. Rügen gehört zur Geschichte.

Autorin Caroline Wahl hat das Filmset inzwischen selbst besucht. Rund 70 Menschen seien dort mit den Dreharbeiten beschäftigt gewesen, erzählte sie jetzt dem NDR. Für die Schriftstellerin war das ein besonderer Moment: Eine Geschichte, die zunächst nur in ihrem Kopf existierte, wird genau dort zum Film, wo sie auch spielt.

Ida flieht nach Rügen

„Windstärke 17“ ist die Fortsetzung von Wahls Erfolgsroman „22 Bahnen“. Während dort Idas ältere Halbschwester Tilda im Mittelpunkt steht, erzählt das zweite Buch Idas Geschichte.

Nach dem Tod ihrer alkoholkranken Mutter hält sie es zu Hause nicht mehr aus. Sie fährt los – und landet auf Rügen. Dort begegnet sie dem Kneipenbesitzer Knut und seiner Frau Marianne. Die beiden nehmen Ida bei sich auf. Und dann ist da noch Leif.

Rügen ist dabei weit mehr als eine austauschbare Ferienkulisse. Meer, Wind und die Möglichkeit, auf einer Insel buchstäblich Abstand zum bisherigen Leben zu gewinnen, gehören zur Atmosphäre der Geschichte.

Genau deshalb dürfte es viele Leser freuen, dass für die Verfilmung tatsächlich auf Rügen gedreht wird.

Aus dem Bestseller wird ein Kinofilm

Schon seit August laufen die Dreharbeiten für „Windstärke 17“. Die MOIN Filmförderung führt die Produktion für August und September 2026 in ihrer aktuellen Übersicht der Dreharbeiten. Ursprünglich waren 16 Drehtage in Schleswig-Holstein und weitere sechs in Hamburg angekündigt worden. Die Filmförderung unterstützt das Projekt mit 550.000 Euro.

Regie führt erneut Mia Maariel Meyer. Sie hatte bereits Caroline Wahls Debüt „22 Bahnen“ für das Kino umgesetzt.

Dass nun auch „Windstärke 17“ folgt, überrascht kaum. Caroline Wahl gehört inzwischen zu den erfolgreichsten deutschen Schriftstellerinnen ihrer Generation. „22 Bahnen“, „Windstärke 17“ und „Die Assistentin“ kamen zusammen auf Millionen verkaufte Exemplare.

Caroline Wahl schaut selbst am Set vorbei

Besonders interessant ist, dass Wahl bei der Verfilmung offenbar bewusst Abstand hält. Gegenüber dem NDR sagte sie, dass sie das Mitspracherecht weitgehend abgegeben habe. Nach den guten Erfahrungen bei „22 Bahnen“ vertraue sie der Produktionsfirma.

Das Set ihres zweiten verfilmten Romans wollte sie sich trotzdem ansehen.

Und so stand die Autorin nun selbst auf Rügen zwischen rund 70 Menschen, die aus ihrer Geschichte einen Film machen. Wahl bezeichnete diesen Moment im NDR als einen „absurden, schönen Full-Circle-Moment“.

Für Rügen könnte der Film ebenfalls interessant werden. Erfolgreiche Filme und Serien sorgen immer wieder dafür, dass Zuschauer ihre Schauplätze anschließend selbst sehen möchten. Bei „Windstärke 17“ kommt hinzu, dass die Insel bereits im Roman eine zentrale Rolle spielt.

Wenn der Film ins Kino kommt, werden deshalb vermutlich einige Zuschauer Rügen mit anderen Augen betrachten: nicht nur als Urlaubsinsel, sondern als den Ort, an dem Ida in Caroline Wahls Geschichte versucht, noch einmal neu anzufangen.

Quellen: NDR Kultur, MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein

Bild und Text: KI. Foto: rein illustrative, fiktive Darstellung

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