Im September beginnt an der Ostsee ein Schauspiel, für das sich Fernglas und warme Jacke lohnen. Auf dem Darß werben Rothirsche lautstark um die Weibchen. Wer die Hirschbrunft erleben möchte, kann auf eigene Faust beobachten oder sich einer geführten Tour anschließen.

Ein tiefes Röhren aus dem Wald, eine Antwort aus der Ferne – und plötzlich bekommt der Spaziergang an der Ostsee eine ganz andere Richtung. Zumindest mit den Ohren. Denn während der Hirschbrunft gehört die Aufmerksamkeit den Tieren. Die Füße bleiben auf dem Weg.

Im Herbst beginnt für die Rothirsche die Paarungszeit. Die männlichen Tiere imponieren mit ihren Rufen, stellen sich Rivalen entgegen und tragen gelegentlich Kämpfe aus. Was für Besucher eindrucksvoll klingt, hat für die Hirsche einen handfesten Zweck: Es geht um die Möglichkeit, sich fortzupflanzen. Der Förderverein des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft beschreibt die Brunft als ein Naturschauspiel, das sowohl individuell als auch bei geführten Touren erlebt werden kann.

Wo sich das Warten lohnt

Zu den bekannten Beobachtungsgebieten gehören der Darßer Ort und die Buchhorster Maase im Darßwald. Gerade das Nebeneinander von Wald, offenen Flächen und Küste macht den Reiz aus. Mit etwas Glück lässt sich Rotwild hier in einer Landschaft beobachten, die viele Urlauber eher mit Strandwanderungen verbinden.

Die Brunftzeit fällt auf dem Darß in den September und reicht bis in den Oktober. Besonders interessant sind die frühen Morgenstunden und der Abend. Allerdings können sich Tiere auch tagsüber zeigen. Einen festen Auftrittsplan gibt es nicht – und eine Führung ist keine Garantie für ein bestimmtes Fotomotiv. Hinweise zu den Beobachtungsgebieten und zur Saison bündelt die Tourismusinformation Zingst zur Hirschbrunft.

Es lohnt sich, nicht ständig weiterzulaufen. Wer eine Weile ruhig an einem geeigneten Aussichtspunkt bleibt, nimmt mehr wahr: Bewegungen am Waldrand, ein Geweih über dem Gras, Rufe aus verschiedenen Richtungen.

Mit der Darßbahn zur geführten Beobachtung

Für September 2026 sind ab dem 17. September Ausflüge mit dem ehemaligen Nationalpark-Ranger Friedemann Bartz angekündigt. Die Tour verbindet die Fahrt mit der Darßbahn von Zingst über Prerow mit einer Naturführung am Darßer Ort.

Für die aufgeführten Termine ist ein Zeitfenster von 15.30 bis 20.30 Uhr vorgesehen. Der Preis beginnt bei 64,90 Euro; bei einer Online-Buchung kommt eine Servicegebühr hinzu. Auch ein Zustieg in Prerow wird angeboten.

Wer teilnehmen möchte, sollte den gewünschten Termin, den genauen Einstieg und die Verfügbarkeit direkt in der Veranstaltungsübersicht „Hirschbrunft am Darßer Ort“ prüfen. Dort stehen die Buchungsmöglichkeiten und Hinweise zur Anreise. Ein Fernglas lässt sich bei Bedarf gegen Gebühr im Max Hünten Haus in Zingst ausleihen.

Das beste Foto entsteht mit Abstand

Für den Ausflug empfehlen sich feste Schuhe, eine windfeste Jacke und eine zusätzliche warme Schicht. Beim stillen Beobachten wird es schneller kühl als beim Wandern. Ein Fernglas gehört möglichst ins Gepäck; für Fotos ist ein Teleobjektiv hilfreicher als der Versuch, näher an die Tiere heranzukommen.

Beobachtet und fotografiert wird von den Wegen und Aussichtsplattformen aus. Die Tourismusregion Fischland-Darß-Zingst weist ausdrücklich auf diese Regeln hin. Gesperrte Bereiche und Rückzugsräume bleiben den Tieren vorbehalten.

Wer am Ende nur das Röhren gehört hat, ist deshalb nicht unbedingt leer ausgegangen. An einem stillen Herbstabend kann schon dieser Laut reichen, um den vertrauten Darß für einen Moment ganz anders zu erleben.

Stand der Veranstaltungsangaben: 3. September 2026.

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