Badesachen noch nicht wegpacken: Der Spätsommer an der Ostsee zeigt sich in dieser Woche noch einmal von seiner freundlichen Seite. Bei Temperaturen von über 20 Grad und zeitweise viel Sonne lohnt sich ein spontaner Ausflug ans Meer. Und Ende August hat die Ostsee einen entscheidenden Vorteil: Die meisten Urlauber sind weg – der Strand ist noch da. Wir haben ein paar Ideen für einen letzten kleinen Sommerurlaub.
Die Strände werden leerer, auf den Promenaden findet man wieder leichter einen Platz und selbst bei der Unterkunft muss man nicht mehr zwingend Monate im Voraus planen. Wenn dann auch noch das Wetter mitspielt, beginnt für viele Ostseefans eigentlich eine der schönsten Zeiten des Jahres. Genau so sieht es in dieser Woche aus.
Noch einmal Strandwetter an der Ostsee
Am Dienstag, 25. August, werden in Schleswig-Holstein verbreitet Temperaturen zwischen etwa 21 und 25 Grad erwartet. Zur Wochenmitte können es noch ein paar Grad mehr werden. Richtung Donnerstag sind im Süden Schleswig-Holsteins örtlich sogar Werte um 28 Grad möglich. Direkt an der Ostseeküste bleibt es durch den Wind vom Wasser meist etwas kühler. Das ist kein Hochsommer wie am Mittelmeer. Aber für Ende August sind das ziemlich gute Aussichten.
Wer also noch ein paar Urlaubstage übrig hat oder spontan einen Tagesausflug machen kann, sollte die Gelegenheit nutzen. Denn gerade jetzt lohnt es sich, auch einmal einen Ostseeort anzusteuern, den man mitten in den Sommerferien vielleicht wegen des Andrangs gemieden hätte.
Lübecker Bucht: Noch einmal richtig Strand
Wer möglichst unkompliziert einen klassischen Strandtag verbringen möchte, ist in der Lübecker Bucht gut aufgehoben. Timmendorfer Strand und Scharbeutz bieten das komplette Ostseeprogramm: langer Sandstrand, Seebrücken, Cafés und Restaurants direkt in Strandnähe.
Wer es etwas ruhiger mag, fährt ein Stück weiter. Haffkrug und Sierksdorf sind gute Alternativen, wenn man zwar einen richtigen Strandtag verbringen möchte, aber nicht unbedingt mitten im Trubel sitzen will.
Unser Tipp: Nicht zu viel planen. Badesachen, Handtuch und vielleicht eine leichte Jacke für den Abend einpacken und einfach losfahren. Ende August kann die Ostsee abends schon erstaunlich frisch werden.
Grömitz: Perfekt für einen langen Tag am Meer
Grömitz ist ein gutes Ziel für alle, die nicht nur am Strand liegen möchten. Man kann morgens am Wasser entlanglaufen, anschließend frühstücken, ein paar Stunden am Strand verbringen und später über die Promenade schlendern. Gerade außerhalb der Hauptferienzeit zeigt sich, warum Grömitz seit Generationen zu den beliebtesten Ferienorten an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste gehört. Und wer keine Lust auf einen ganzen Badetag hat, nimmt das Fahrrad mit. Die Küste nördlich und südlich des Ortes lässt sich hervorragend auf zwei Rädern erkunden.
Fehmarn: Wenn der Wind dazugehört
Fehmarn ist immer eine gute Idee, wenn Sonne und etwas Wind zusammenkommen. Die Insel bietet genügend Küste, um sich je nach Windrichtung einen passenden Platz zu suchen. Südstrand ist der Klassiker. Wer es natürlicher mag, fährt weiter und sucht sich einen der kleineren Küstenabschnitte. Gerade für einen spontanen Kurzurlaub hat Fehmarn einen weiteren Vorteil: Man hat tatsächlich das Gefühl, ein wenig weiter weg zu sein – obwohl die Insel über die Fehmarnsundbrücke schnell erreicht ist. Fahrrad mitnehmen lohnt sich hier besonders.
Eckernförde: Strand und Stadt zusammen
Nicht jeder möchte acht Stunden im Strandkorb sitzen. Für solche Tage ist Eckernförde eines unserer Lieblingsziele. Der Strand liegt praktisch mitten in der Stadt. Morgens baden, anschließend durch die Innenstadt laufen, am Hafen Fisch essen und am Nachmittag noch einmal zurück ans Wasser – alles lässt sich zu Fuß erledigen. Gerade bei wechselhaftem Wetter ist das praktisch. Verschwindet die Sonne einmal für zwei Stunden, ist der Tag nicht gleich verloren.
Rügen: Lieber gleich ein paar Tage bleiben
Wer aus Berlin oder Brandenburg kommt und zwei oder drei Tage Zeit hat, für den lohnt sich natürlich auch Rügen. Ende August beginnt auf Deutschlands größter Insel langsam die Zeit, die viele Stammgäste besonders mögen. Die Hochsaison läuft aus, während das Wetter durchaus noch sommerlich sein kann. Und man muss sich nicht auf Binz und Sellin beschränken.
Gerade kleinere Orte und die ruhigeren Ecken der Insel haben jetzt ihren Reiz. Eine gute Basis für ein paar Tage sind beispielsweise Ferienhäuser abseits der großen Seebäder. Der Vorteil eines mehrtägigen Aufenthalts: Man muss nicht darauf hoffen, dass ausgerechnet ein einzelner Tag perfektes Strandwetter bringt. Ist es sonnig, geht es ans Meer. Wird es windiger, fährt man Fahrrad oder wandert. Und bei einem grauen Vormittag findet sich auf Rügen immer noch etwas zu entdecken.
Und wenn das Wetter doch nicht hält?
Das gehört Ende August dazu. Die Vorhersagen für mehrere Tage sind nie in Stein gemeißelt. Außerdem können an der Küste wenige Kilometer einen erstaunlichen Unterschied machen. Deshalb unser wichtigster Tipp für spontane Ostseefahrer:
Nicht nur auf das kleine Sonnensymbol in der Wetter-App schauen.
Ein Tag mit 22 Grad, Sonne und Wolken kann an der Ostsee herrlich sein. Gerade für Fahrradtouren, Wanderungen oder einen langen Spaziergang am Strand sind solche Temperaturen oft angenehmer als 30 Grad im Schatten. Und sollte ein Schauer durchziehen, setzt man sich eben für eine halbe Stunde ins Café.
Jetzt beginnt die vielleicht schönste Zeit an der Ostsee
Natürlich hat der Juli seinen Reiz. Lange Abende, volle Strände, Kinder im Wasser und Ferienbetrieb von morgens bis abends gehören zum Ostseesommer. Aber Ende August verändert sich die Stimmung. Es wird ein wenig ruhiger. Das Licht wird weicher. Die Abende werden früher dunkel. Trotzdem kann man noch barfuß durch den Sand laufen und mit etwas Glück im Meer baden. Und plötzlich muss man nicht mehr alles drei Monate vorher reservieren. Vielleicht ist genau das die beste Nachricht dieser Woche:
Der Sommer ist noch da – aber die Ostsee gehört langsam wieder ein bisschen mehr denen, die einfach nur ans Meer wollen.
Also: Wetterbericht anschauen, Tasche packen und los. Für ein paar Stunden Ostsee braucht man schließlich keinen großen Urlaubsplan.

