So NICHT!

So NICHT!

Zu Beginn gleich ein Aufreger. Man bekommt „Puls“ bei solchen Artikeln. 

Die Frankfurter Rundschau ist eine angesehene Zeitung in Deutschland. Doch was diese Zeitung alles tut, um Geld zu machen, ist vielleicht legal … aber nicht legitim.

Da wird in einem Beitrag nun also Sierksdorf an der Ostsee über den Klee gelobt. „Was Sierksdorf besonders macht, ist seine Vielfalt auf engem Raum.“. Doch ist das etwas Besonderes? Natürlich nicht. Es ist Bauernfängerei. Das redaktionelle Konzept dahinter: Man preist als vermeintlich neutrales und ausgewogenes Medium einen speziellen Ort an der Ostsee an und verlinkt bestenfalls noch direkt zur dortigen Marketing-Agentur. Die „beschreibt den Ort als „Strandraumwunder“, weiß die FR zu berichten. Ja was denn sonst? Ist nicht jeder Vater stolz auf sein Kind? 

Das Marketing-Sprech der Agentur wird von der Zeitung direkt übernommen und als redaktioneller Beitrag veröffentlicht. Das nennt man in der Branche dann „Advertorial“. Ohne Hinweis auf mögliche Werbepartner oder eine finanzielle Unterstützung der Marketing-Agentur für die Zeitung bleibt nur die Spekulation, dass es sich mutmaßlich um Schleichwerbung handeln kann.

Nicht gekennzeichnete Werbetexte sind branchenüblich

Das Vorgehen ist leider branchenüblich. Schon vor einem Monat berichtete Focus.de über (oh Wunder!) Sierksdorf als „Geheimtipp“. Auch dieses Magazin beruft sich wiederum auf das Medium „Esquire“, wenn es darüber berichtet, dass Sierksdorf doch eigentlich mindestens genauso schön ist, wie Rügen oder Usedom. Und den nächsten Hinweis im Marketing-Kettenbrief wird auch gleich mitgeliefert.

Angeblich weist auch das Onlineportal t-online auf Sierksdorf als Geheimtipp hin. Doch das stimmt gar nicht. In dem verlinkten Artikel ist von allem die Rede, aber nicht von Sierksdorf. Aber auch dieser Text ist handwerklich schlecht gemacht und voller Marketingformeln. Dort wird zum Beispiel die Insel Ummanz beworben und die „entspannte Atmosphäre abseits des Trubels“ betont. 

„Geheimtipps“ sind Quatsch

Wer jemals auf Ummanz war, der weiß dass das mindestens in den Sommermonaten Quatsch ist. Die typischen Touristengegenden sind in den Sommermonaten an der Ostsee immer überlaufen. Klar, gibt es ruhige Ecken und entspannte Zeiten. Und natürlich unterscheiden sich Ummanz und Rügen und auch Sierksdorf an der Ostsee hat sicher seinen Reiz. 

Aber die Leute sind ja nicht dumm. Dass in angeblich neutralen Medien Werbetexte gebracht werden und dass es keinen „Geheimtipp“ in Deutschlands beliebtester Ferienregion mit mehr als hundert Jahren Tourismus gibt, ist jedem verständigen Urlauber klar.

Natürlich gibt es Unterschiede. Die sollte man ehrlich und anständig darstellen. Sich gegenseitig die Urlauber abjagen nach dem Motto „Kommen Sie hierher, dahinten ist es hässlich!“ ist unanständig. Werbung sollte man als solche kennzeichnen. 

Selbst erfahren ist besser

Daher unser Tipp: Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen. Hören Sie auf sich selbst und fragen sich, welche Art von Urlaub Sie haben wollen. Ruhe und Erholung oder Trubel und Softeis? Beides bietet die Ostsee. Für die einen sind die Randlagen abseits der großen touristischen Zentren dann eben attraktiver, für andere muss es das Apartment an der Strandpromenade von Binz sein.

Nutzen Sie daher den nächsten Urlaub an der Ostsee, setzen Sie sich ins Auto und gehen Sie selbst auf Entdeckungsreise. Von Usedom sind es zum Timmendorfer Strand nur drei Autostunden. Und dann ist man die gesamte Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern entlang gefahren. Von Flensburg aus zum Timmendorfer Strand sind es sogar nur zwei Fahrstunden. Dazwischen liegt die gesamte westliche Ostsee. Und wer Ruhe haben möchte aber auch mal den Trubel erleben will, der kann ja ein abgelegenes Feriendomizil wählen und dann für einen Tagesausflug zu den Strandpromenaden fahren.

Probieren geht über studieren.


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