Wer in den kommenden Wochen in den Norden Rügens fährt, sollte vor der Abfahrt noch einmal auf die Route schauen. Ab Sonntag, 5. Oktober, wird die L30 zwischen Altenkirchen und Juliusruh vollständig gesperrt. Die Sperrung soll bis zum 13. November dauern. Für Urlauber auf Wittow bedeutet das: Umwege einplanen.

Es ist eine dieser Straßen, über die fast jeder fährt, der den Norden Rügens erkundet: Die L30 verbindet Glowe und die Schaabe mit Juliusruh und Altenkirchen und führt weiter in Richtung Kap Arkona. Doch ab Sonntag ist auf einem wichtigen Abschnitt Schluss.

Das Straßenbauamt Stralsund lässt die Fahrbahn zwischen Altenkirchen und Juliusruh erneuern. Anders als bei den bisherigen Arbeiten kann der Verkehr hier nicht halbseitig an der Baustelle vorbeigeführt werden. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ist nach Angaben des Straßenbauamtes eine Vollsperrung erforderlich. Sie beginnt am 5. Oktober und soll bis zum 13. November 2026 dauern.

So wird umgeleitet

Autofahrer werden über die Kreisstraße RÜG 03 um die Baustelle geführt. Die offizielle Umleitung verläuft über Breege, Lobkevitz und Wiek nach Altenkirchen – beziehungsweise in umgekehrter Richtung. Wer in den nächsten Wochen eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus in Breege, Juliusruh, Altenkirchen, Wiek oder im Bereich Kap Arkona gebucht hat, sollte deshalb vor der Anreise prüfen, welche Route das Navigationsgerät vorschlägt.

Wichtig: Für direkte Anlieger sollen individuelle Regelungen mit dem Bauunternehmen getroffen werden. Eine Vollsperrung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass Ferienunterkünfte im Baustellenbereich überhaupt nicht mehr erreichbar sind. Im Zweifel sollten Gäste vor der Anreise ihren Vermieter fragen, welche Zufahrt aktuell möglich ist.

Auch Busreisende sind betroffen

Die Baustelle wirkt sich ebenfalls auf den öffentlichen Nahverkehr aus. Nach Angaben der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen kann die Haltestelle „Abzweig Breege-Juliusruh“ in Richtung Glowe bis auf Weiteres nicht angefahren werden. Als Ersatz dient eine Haltestelle auf Höhe des Hotels Aquamaris. Die Verkehrsgesellschaft weist außerdem darauf hin, dass es durch die Bauarbeiten zu Verspätungen kommen kann.

Warum wird ausgerechnet jetzt gebaut?

Die Sanierung der L30 läuft bereits länger. Die rund zehn Kilometer lange Strecke zwischen Altenkirchen und Glowe weist nach Angaben des Straßenbauamtes unter anderem Spurrinnen sowie Längs- und Querrisse auf. Das Land Mecklenburg-Vorpommern investiert rund 4,3 Millionen Euro in die Erneuerung.

Dabei wurde der Bauablauf ausdrücklich auf den Tourismus abgestimmt. Während der besonders wichtigen Sommerreisezeit wurden die Arbeiten unterbrochen, damit die Strecke zweispurig befahrbar blieb.

Seit Anfang September wird zunächst wieder zwischen Juliusruh und Glowe gearbeitet. Dort ist die Straße abschnittsweise halbseitig gesperrt und der Verkehr wird per Ampel an den Baustellen vorbeigeführt. Zwischen Altenkirchen und Juliusruh reicht der Platz dafür jedoch nicht aus. Deshalb folgt nun die Vollsperrung.

Kann die Wittower Fähre helfen?

Je nach Start und Ziel kann auch die Wittower Fähre interessant sein. Sie verbindet die Halbinsel Wittow mit dem übrigen Rügen und wird vom Ostseebad Breege-Juliusruh selbst als alternative Anreisemöglichkeit genannt.

Die Autofähre fährt im Pendelverkehr ungefähr alle 15 bis 20 Minuten. Bis einschließlich 11. Oktober gilt noch der längere Saisonfahrplan von 5.50 bis 21 Uhr. Ab 12. Oktober fährt sie laut veröffentlichtem Fahrplan nur noch bis 19 Uhr.

Sie ist allerdings kein direkter Ersatz für die gesperrte L30. Ob die Fähre sinnvoll ist, hängt davon ab, von wo auf Rügen man kommt und wohin man auf Wittow möchte.

Und nach dem 13. November?

Mit dem Ende dieser Vollsperrung ist die Sanierung der L30 noch nicht abgeschlossen. Die Gesamtmaßnahme zwischen Altenkirchen und Glowe läuft abschnittsweise weiter. In der aktuellen Baustellenübersicht des Landes ist das Projekt bis 2027 aufgeführt. Für Herbsturlauber gilt deshalb vor allem eines: Nicht blind der gewohnten Route folgen.

Wer ab Sonntag nach Juliusruh, Breege, Wiek, Altenkirchen oder weiter Richtung Kap Arkona fährt, sollte vor der Abfahrt die aktuelle Verkehrsführung prüfen und etwas zusätzliche Fahrzeit einkalkulieren.

Text und Bild: KI


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