Das Statistische Bundesamt hat aktuelle Zahlen zu Übernachtungen veröffentlicht, die 2025 über die großen Online-Plattformen Airbnb, Booking.com und Expedia gebucht wurden – und die Entwicklung ist bemerkenswert. Insgesamt kamen in Deutschland 68,3 Millionen Übernachtungen in Ferienwohnungen und -häusern über diese drei Plattformen zustande. Das sind 13,0 % mehr als im Vorjahr – und satte 83,4 % mehr als vor der Corona-Pandemie im Jahr 2019.
Was das für Ostsee-Urlauber bedeutet
Besonders spannend: Die Statistiker haben auch aufgeschlüsselt, wie sich Gäste aus dem In- und Ausland auf die Bundesländer verteilen. Und hier zeigt sich ein klares Bild für die Ostseeküste. In Mecklenburg-Vorpommern wurden 92,3 % aller über Plattformen gebuchten Übernachtungen von inländischen Gästen gebucht – der höchste Wert aller Bundesländer. Schleswig-Holstein liegt mit 88,7 % auf Platz zwei. Zum Vergleich: In Berlin kommen 67,7 % der Gäste aus dem Ausland, in Nordrhein-Westfalen 42,3 %.
Das bestätigt, was viele an der Küste ohnehin spüren: Der Ostseeurlaub in der Ferienwohnung bleibt vor allem eine Herzensangelegenheit deutscher Urlauberinnen und Urlauber. Wer sein Ferienhaus an der Ostsee vermietet oder eines bucht, tut dies überwiegend im nationalen Kontext – internationale Konkurrenz um die Betten spielt hier eine deutlich kleinere Rolle als etwa in Berlin oder den großen Ballungsräumen.
Kleine Vermieter im Fokus
Ein methodischer Hinweis der Statistik ist für den Ferienhausmarkt an der Ostsee besonders relevant: 94 % der über die drei Plattformen gebuchten Übernachtungen entfielen auf Betriebe mit weniger als 10 Betten – oft private Vermieterinnen und Vermieter, die ihre Ferienwohnung im Nebenerwerb anbieten. Genau dieses Segment wird von der amtlichen Tourismusstatistik, die erst ab 10 Betten erfasst, kaum abgebildet. Die Plattformdaten schließen hier eine wichtige Lücke: Sie ergänzen die offiziell ausgewiesenen 97,0 Millionen Übernachtungen in Ferienwohnungen und -häusern um weitere 64,1 Millionen – ein Plus von rund zwei Dritteln.
Bundesweiter Trend: Bayern vorn, aber deutliches Wachstum überall
Die meisten Übernachtungen wurden 2025 in Bayern gebucht (10,6 Millionen, 15,5 % Anteil), gefolgt von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit je 8,1 Millionen sowie Niedersachsen mit 8,0 Millionen. Die Ostseeländer tauchen in dieser reinen Mengenbetrachtung zwar nicht in der Spitzengruppe auf, doch das ändert nichts an der hohen Bedeutung des Ferienwohnungsmarktes für die Region – zumal, wie erwähnt, hier besonders viele kleine Anbieter aktiv sind, die von der Statistik erst durch die Plattformdaten sichtbar werden.
Ein Wermutstropfen bei der Dateninterpretation
Zu beachten ist, dass die Plattform TripAdvisor seit 2025 nicht mehr in die Erhebung einfließt, da sie die Kooperationsvereinbarung mit der EU-Statistikbehörde Eurostat gekündigt hat. Die Statistiker schätzen den Effekt aber als gering ein, da es sich um die kleinste der beteiligten Plattformen handelte. Zudem weisen die Experten darauf hin, dass ein Teil des Wachstums schlicht daran liegen dürfte, dass immer mehr Vermieter ihre Objekte überhaupt erst online über diese Plattformen anbieten – nicht jeder Zuwachs ist also zwangsläufig ein Zuwachs an tatsächlichem Reiseverhalten.
Fazit für die Ostsee
Für Ferienhausbesitzer und -vermieter an der Ostseeküste liefert die Destatis-Auswertung eine erfreuliche Bestätigung: Der Markt für private Ferienunterkünfte wächst spürbar und deutlich über Vorkrisenniveau – getragen vor allem von deutschen Gästen, die ihrer Küste treu bleiben.


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