Seit Wochen sorgt ein kranker Buckelwal an der schleswig-holsteinischen Küste für Aufsehen. Tierschützer haben ihn liebevoll „Hartwin“ getauft. Ob das hilft? Wir halten Sie hier auf dem Laufenden zur aktuellen Lage.
Die neueste Sichtung: Flensburger Förde
Die jüngste bestätigte Beobachtung stammt vom 24. Juli 2026: Der Buckelwal schwamm zunächst in Richtung Flensburg in die Flensburger Förde hinein, kehrte dann aber wieder um. Das Schleswig-Holsteinische Umweltministerium bestätigte die Sichtung im Laufe des Vormittags und geht davon aus, dass es sich um dasselbe Tier handelt, das zuvor bereits vor Schottland, in dänischen Gewässern und in der Kieler Förde gesichtet wurde (t-online, 24.07.2026).
Das Ministerium ordnet dieses Verhalten als typisch ein: Buckelwale hielten sich auf ihren Wanderungen häufig in flachen Küstengewässern auf und schwämmen dabei auch in Buchten und Flussmündungen. Wichtig sei vor allem, das Tier möglichst nicht zu stören und bei Sichtungen ausreichend Abstand zu halten.
Die Stationen der vergangenen Wochen
Hartwins Route lässt sich inzwischen über Monate zurückverfolgen: Erste Sichtungen soll es bereits im Januar vor der niederländischen Küste gegeben haben, im Mai dann bei den Lofoten sowie vor Schottland und England. Seit Mitte Juni bewegt sich das Tier entlang der dänischen Küste und ist offenbar in die Ostsee abgebogen.
Anfang Juli erreichte Hartwin erstmals deutsche Gewässer vor Holnis in der Flensburger Förde. Mitte Juli kehrte er zunächst nach Dänemark zurück, ehe am 17. und 18. Juli erneut Sichtungen aus der Kieler Förde gemeldet wurden – dort tauchte das Tier zuletzt auf und verschwand dann wieder. Mit der Sichtung vom 24. Juli in der Flensburger Förde liegt nun die aktuellste Bestätigung vor.
Warum die Sorge so groß ist
Der Fall erinnert unweigerlich an den Buckelwal „Timmy“, der im Frühjahr wochenlang die Republik bewegte: Das Tier war im März vor Timmendorfer Strand und später vor Wismar gestrandet, wurde in einer aufwendigen privaten Rettungsaktion in die Nordsee transportiert – und dennoch Mitte Mai tot vor der dänischen Insel Anholt aufgefunden.
Bei Hartwin deuten Aufnahmen der letzten Wochen auf eine Hauterkrankung hin: Große Teile seines Rückens erscheinen ungewöhnlich hell, stellenweise mit blasenartigen Veränderungen. Mehrere Meeresbiologen hatten seine Überlebenschancen bereits Anfang Juli als sehr gering eingeschätzt, da sich das Tier auffällig langsam bewege.
Was die Behörden jetzt tun
Das Umweltministerium in Schleswig-Holstein hat eine Meldekette eingerichtet, um über weitere Sichtungen schnell informiert zu sein und im Fall einer Strandung reagieren zu können. Die Empfehlung an die Öffentlichkeit bleibt unverändert: großen Abstand halten, keine eigenmächtigen Rettungsversuche und Sichtungen den örtlichen Behörden beziehungsweise der Polizei melden.
Ob Hartwin den Weg zurück in die Nordsee findet oder das Schicksal von „Timmy“ teilt, ist derzeit offen. Der Ostseebote bleibt an dem Thema dran und informiert, sobald es Neuigkeiten gibt.
Quelle: dpa/t-online (Stand 24.07.2026); weitere Angaben laut schleswig-holstein.de (Landesregierung) und WDC Deutschland.


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